Bundesverdienstkreuz für Heinrich Demming

Regierungspräsident ehrt Neubeckumer

Münster/Beckum. Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke hat heute (18. Juni) Heinrich Demming das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der 77-Jährige wohnt in Beckum-Neubeckum. Er hat sich über vier Jahrzehnte im sozialen und kulturellen Bereich engagiert und auszeichnungswürdige Verdienste erworben.

verleihung-bvk-heinrich-demming“Mit Herz, persönlichem Einsatz und Pflichtbewusstsein für das Gemeinwohl haben Sie Verantwortung übernommen”, sagte der Regierungspräsident in der Feierstunde. “Ihr unermüdlicher Einsatz für Ihre Mitmenschen in Indien sowie im Heimatland ist lobenswert und ein Vorbild für die Gesellschaft.”

Demming hat  über vierzig Jahre als ehrenamtlicher Geschäftsführer für das Hilfswerk Schwester Petra e.V. – Freunde der Dienerinnen der Armen – gearbeitet. In dieser Zeit hat er als Gründungsmitglied den Aufbau des Hilfswerks maßgebend unterstützt; zwischenzeitlich ist es zu einer stattlichen Organisation herangewachsen.

Die Gemeinschaft hilft insbesondere dem Orden Dinasevanasabha – Dienerinnen der Armen. Der Orden wurde in Indien im Jahr 1969 von der in Oelde geborenen Schwester Petra, geborene Mönnigmann, gegründet. Unter dem Motto “Hilfe zur Selbsthilfe” zielen die Aktivitäten des römisch-katholischen Frauenordens auf Unterstützung armer Bevölkerungsschichten. Die Schwestern betreuen Aids-, Lepra- und Poliokranke. Gleichzeitig fördern sie insbesondere den Bau von Schulen sowie die Schul- und Berufsausbildung indischer junger Menschen. Derzeit arbeiten in Indien an 84 Standorten insgesamt mehr als 650 Ordensschwestern.

Der heute Geehrte hat für das Hilfswerk Spender akquiriert, Partnerschaften vermittelt und die Finanzen des Vereins verwaltet. Dabei stand er in ständigem Kontakt mit dem Orden in Indien. Er reiste rund 20 Mal in das südasiatische Land, um vor Ort Projekte zu besprechen und sich über den Einsatz von Spendengeldern zu informieren. Um den Verein für die Zukunft zu stärken, initiierte das Hilfswerk im Jahr 2008 die Schwester-Petra-Stiftung mit einem Anfangsvermögen von 100.000 Euro.

Immer bemüht, Dinasevanasabha voran zu bringen und den Armen zu helfen, sorgte Demming für eine Ausbildung indischer Schwestern in Deutschland. Bedingt durch den Mangel an Pflegekräften im Bundesgebiet weitete er die Aktivitäten des Ordens aus. Heute arbeiten deutschlandweit 20 Nonnen und Novizinnen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und kirchlichen Häusern.

Neben dem zeitaufwendigen Engagement für das Hilfswerk wurde Demming 1976 zum Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Neubeckum e.V. gewählt. Er beteiligte sich maßgeblich am Aufbau einer ehrenamtlichen Rettungswache im Stadtteil Neubeckum, förderte das Ehrenamt im Ortsverein, in der Sozialarbeit, im Sanitätszug Neubeckum und beim Jugendrotkreuz. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt des Vorsitzenden im Jahr 1999 organisierte er Hilfstransporte nach Polen, Weißrussland und Lettland.

In der Zeit von 1983 bis 1986 führte Demming die Geschäfte des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf e.V.. Ziel der Vereinsaktivitäten ist es, freischaffende Künstler der Region zu fördern. Er koordinierte Ausstellungen und stand als  Ansprechpartner für Künstler und Fördermitglieder bereit.

Heinrich Demming ist verheiratet und hat Sohn, Tochter und Schwiegersohn sowie zwei Enkelsöhne Julian und Leo. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Juni 1999 war er als Direktor für den Marktbereich Neubeckum der Volksbank Oelde-Ennigerloh-Neubeckum e.G. tätig.